Wir betreten neue Wege, die wir noch nicht hatten, 
wir nehm' euch mit, 'n Stück in unserm Windschatten...

Fish

Dienstag, 29. Mai 2012

Vive la France

Da wir bereits etwas auf dem Zahnfleisch gingen, hatten wir uns eine kleine Zwangspause am Rande Italiens für Wäsche, bräunen und ausschlafen verordnet. Zumindest die Wäsche haben wir gewaschen. Und wir haben Polly und Dave aus Cornwall kennengelernt, die uns den ersten Kater dieser Reise beschert haben. Aber wir werden uns bei unserem Besuch in Cornwall revanchieren!
Nach dieser Pause des Atemholens haben wir es gestern dann tatsächlich nach Frankreich geschafft - und wir sagen schon jetzt: wir lieben Frankreich! Diesel kostet unter 1,45€, der Käse ist hervorragend und erschwinglich und es gibt tatsächlich Gebiete, in denen man nicht von Reisebussen überfahren wird.
Der erste Boxenstopp nach der Grenze war Monaco, wo wir Hanne sofort in Pole-Position gebracht haben. Dafür mussten wir allerdings einige Extra-Runde durch die enge Stadt drehen, aber das können wir ja mittlerweile sehr gut, und die Leute konnten mal ein anderes Auto als Ferrari und Jaguar sehen (Fiat ist jetzt Erster).
Die Nacht haben wir dann wildcampend, schief und entsprechend schlaflos am Rand der Schlucht von Verdun verbracht, was sich aber absolut gelohnt hat, denn außer uns und den Adlern war heute morgen so gut wie niemand auf den besten Plätzen der Aussichtsplattformen.
Ja, wir lieben Frankreich, und gleich geht es weiter Richtung Cannes auf der Suche nach einem Campingplatz. Hoffentlich lieben wir Frankreich morgen auch noch.

Dienstag, 22. Mai 2012

Sfuso

Wir haben die Toskana durchflogen und viele To Do's abgehakt. Ein paar haben wir uns noch aufgespart - für später mal.
Wir sind durch Volterra, Florenz, Pisa und Lucca gelaufen und haben den Großteil aller Statuen, Kirchen und Plätze gesehen. In San Gimignano haben wir es zumindest versucht, wollten dann aber keine 24€ für den Wohnmobilparkplatz ausgeben. Wir kamen uns ein bisschen draußen angeleint vor, aber der Bezirk konnte dann doch noch ein paar Pluspunkte sammeln, als wir auf der Weiterfahrt nämlich 6 Liter Wein zum Preis von 5 abzapfen durften (sowas von günstig und er schmeckt auch noch - ein Hoch auf Sfuso).
Auch die Cinque Terre haben wir abgefahren und vom Wasser aus besichtigt. Das allgemeine Durchfahrt-Verboten-Schild haben wir diesmal sogar gesehen, aber es half nix - das war nun mal unser Weg.
Wir gaben unser Bestes nicht den Erdrutschspuren von Oktober letzten Jahres auf den Serpentinen zu folgen und Jan und Hanne konnten mal so richtig zeigen, was in ihnen steckt.
Und die Dörfer sind mit Sicherheit sehr schön, wenn der Erdrutsch letztlich irgendwann aus den Wohnzimmern gekehrt ist.
Morgen geht es weiter Richtung Frankreich, wir sind bereit.

Sonntag, 20. Mai 2012

Drehen Sie wenn möglich um

Wir haben anlässlich unserer Reise unsere Karin gegen die Elsbeth meiner Eltern eingetauscht.
Karin kann nur Zentraleuropa, Elsbeth auch Südeuropa - so steht es zumindest geschrieben.

Was Elsbeth mag:
-übersichtliche und gut beschilderte Straßen

Was Elsbeth nicht mag:
-ihre Halterung
-den 12 Volt Anschluss
-Städte
-kurvige Straßen

Elsbeth beginnt ihren Tag stets mit dem gleichen Satz: "Drehen Sie wenn möglich um". Dies ist überhaupt einer ihrer Lieblingssätze.
Sie lässt sich leicht verunsichern. Wir konnten bislang nur noch nicht heraus finden, wodurch. Was würden wir nur alles tun, damit sie einen klaren Kopf behält.
Gerne ruft sie auf Straßen, die sichtbar schon seit Jahrzehnten, wenn nicht gar seit Jahrhunderten, nur gerade aus gehen: "Biegen Sie im Kreisverkehr rechts ab".
Es könnte der Verdacht entstehen, dass sie Straßen im Generellen nicht mag.
In Städten erteilt sie ihre Informationen gerne im Schritttempo eines Rollatorbenutzers. Hier hätte der Hersteller ihr den Satz mitgeben müssen: "Vor 5 Minuten hätten Sie links abbiegen müssen".

Immerhin - sie hat sich bislang stets bemüht.

Wir wünschen meinen Eltern, dass sich Karin besser schlägt.

Freitag, 18. Mai 2012

Tipps zur feindlichen Übernahme

Fast hätten wir die geplante Übernahme Roms gestern verschoben, als um 6:45 Uhr der Wecker klingelte.
Aber wir waren tapfer - standen schon bald gestriegelt und gespornt mitten auf der zugigen Landstraße, wo wir eine halbe Stunde frierend auf den Bus warteten, um am Vormittag zeitig am Petersdom zu sein.
Mit Millionen anderen. Die Schlange war unfassbar.
Wir vertüdelten also unsere Zeit mit "Wo ist Walter" und Vatikan-Post und hatten uns bereits damit abgefunden, dass wir den Dom wohl nicht von innen sehen werden, als sich gegen Mittag die Schlange lichtete.
Merke: nicht der frühe Vogel kommt schnell in den Dom, sondern der ausgeschlafene.
So bestaunten wir also den Dom, diverse andere Bauwerke und die Stadt, soweit die Füße trugen.
Am Ende haben wir noch den Gassi- und Jogging-Park der Römer besser kennen gelernt als wir wollten. Wir sind derart verloren gegangen, dass wir auf Anraten der Polizei ein Taxi zu unserer Bahnstation nehmen mussten, um bloß noch den letzten Bus zu bekommen.
Was wir gelernt haben: eine Stadt nimmt man nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln und in Ballerinas ein. ("Könnten Sie sich bitte etwas schneller ergeben? Unser letzten Bus geht um 19:10 Uhr, wäre toll, wenn wir den noch kriegen. Ach, und hätten Sie wohl anderes Schuhwerk für mich? Noch zwei Meter in diesen Dingern auf Ihren buckeligen Straßen und ich schreie!")
Rom hat uns innerhalb von knapp 9 Stunden platt gemacht.

PS.: weitere Fotos folgen, wenn mehr Internet da ist - jetzt verabschieden wir uns erst mal in die Walachutten

Mittwoch, 16. Mai 2012

Attenzione Amalfi

Die Amalfiküste haben wir getreu dem Motto "mittendrin statt nur dabei" bereist.
Dass die Straße für Wohnmobile und ausländische Kennzeichen eigentlich gesperrt ist, hätte man uns vorher sagen sollen. Von Polizei und Sperren haben wir nix gesehen.
So haben wir uns lediglich gewundert, wie das denn passen soll (erst recht in der Saison), und ein bisschen um unsere Außenspiegel und die Alkove gebangt. Aber Dank der bravorösen Fahrkünste Jans ist Hanne ohne eine Schramme davon gekommen - und ich bin lediglich um ein Minimales an Nerven ärmer.
Ab und zu konnten wir gar die Aussicht bewundern, jedoch vereitelten mit Reisebussen besetzte Parkplätze, dass das Ganze zur Maßlosigkeit ausuferte. Den Quell eben dieses Übels entdeckten wir leider zu spät, als wir schon auf dem Campingplatz in Sorrento eingecheckt hatten - Sorrento dient als Basislager ALLER Reisegruppen, welche die Region Amalfiküste und den Golf von Neapel bereisen.
Diese Gruppen waren es dann auch, die uns einen Ausflug nach Pompei vergräzten.
Auch Capri haben wir links liegen lassen - ist auch nur eine Insel und wer braucht schon eine blaue Grotte, wenn er türkise Polster im 5qm Heim hat?
Neapel dagegen hat uns positiv überrascht. Wieder einmal stimmen wir ein Loblied auf die italienische Bahn an, die uns so preisgünstig von der Heide in die Städte bringt.
Wir sind bereit für Rom, vor dessen Toren wir bereits lagern. Morgen wird die Stadt eingenommen.

Freitag, 11. Mai 2012

Bordcomputer sagt: neeeein

Um es direkt vorweg zu nehmen: die Batterie läuft wieder, Hanne auch und wir sind glücklich.
Wir haben in Catania die erstbeste Werkstatt mit Fiatschild angefahren und unseren Zettel mit Google-Übersetzung abgegeben. Einleitungssatz war: "Wir sprechen leider kein Italienisch, deshalb erhalten Sie diesen Zettel". Weiter ging's mit Frank's Ferndiagnose.
Der Maestro der Werkstatt dachte wohl, wir können nur nicht hören, und schrieb deshalb seine Antwort auf Italienisch ebenfalls auf diesen Zettel. Härtere Geschütze der Verständigung mussten aufgefahren werden - uns eilten sämtliche anwesende Sanitäter zur Hilfe (offenbar handelt es sich bei der Werkstatt um eine Krankenwagen-Vertragswerkstatt) und mit einer Mischung aus Englisch, Italienisch und Zeichensprache verblieben wir so, dass Hanne bis 17 Uhr in der Werkstatt bleiben muss.
Unverhofft stand uns ein Tag in Catania zur Verfügung, so dass wir absolut unvorbereitet, schlecht organisiert und total Reiseführer-widrig starteten. Ohne Stadtplan und ohne "Wo ist Walter" Equipment, dafür aber mit sämtlichen Wertsachen und Papieren am Leib ging es durch die nicht empfehlenswerten Viertel der Stadt in Richtung Altstadt. Auf dem Weg erstanden wir noch mit Hilfe von Zeichensprache (Hatschi Hatschi - aah! Allergia!) Tabletten gegen Heuschnupfen und fanden es dann wirklich an der Zeit, uns endlich ein Wörterbuch zuzulegen.
Am späten Nachmittag wurde Hanne dann von uns abgeholt und unsere Reisekasse erleichtert. Wir drehten ein paar Ehrenrunden und strapazierten die Bordkontrolle / Batteriemessanzeige bis ans Äußerste. Leider war noch immer nicht alles so, wie es sein sollte, dafür hatte unsere Ölwanne kein Leck mehr und der Keilriemen kündigte nun nicht mehr schon kilometerweit unser Kommen an. Dank eines weiteren Telefonats mit Frank und Geschubbel an der Sicherung läuft und lädt nun alles wieder so, wie es soll.
Wir legten den Endspurt auf Sizilien ein (nicht ohne ständig den Bordcomputer zu prüfen und uns zu freuen) und umrundeten noch einmal den Ätna, um dann zurück auf's Festland zu fahren. Zum Glück ohne irgendwelche Zwischenfälle.
Kalabrien wurde durchrast (soweit das möglich ist) und überraschte uns am äußersten Ende mit einem Träumchen von Campingplatz - eine eigene Sonnenterasse mit Meerblick erwarten wir nun immer.

Montag, 7. Mai 2012

regolatore di alternatori

Nachdem der Nachmittag in Mazara so hoffnungsfroh begonnnen hatte (neue Batterie eingebaut, zwei neue vierbeinige Freunde gefunden), waren wir bereit für eine erholsame Nacht.
Leider hatten wir die Rechnung ohne den Alleinunterhalter vom Campingplatz gemacht, der ab 23 Uhr seine Heimorgel so richtig aufdrehte. Bis gefühlt in die Morgenstunden. Zumindest aber so lange, bis Wut ein Weiterschlafen unmöglich machte.
Der neue Tag begann wie der vorherige: mit Augenringen bis zu den Knien. Aber es half nix - der Weg und die Kultur riefen, so schleppten wir uns bereits in der Mittagshitze durch die Temeplanlage von Selinunte.
Auf der weiteren Fahrt hielt uns erneut die Batterie auf Trab, darüber hinaus kollidierten wir mit einem Bienenschwarm. Wir dezimierten den Schwarm mit der Windschutzscheibe um mindestens die Hälfte. Dafür büßten wir umgehend, da während der Fahrt ausgerechnet der Honig auslief und still vor sich hin aus dem Schrank ins Wohnmobil tröpfelte - gruselig!
Völlig geplättet kamen wir am erklärten Ziel in Piazza Armerina, Agricasale an. Für die Mosaiken der Bikini-Mädchen waren wir nicht mehr in Stimmung, lediglich die Nahrungsaufnahme und Schlafen standen auf dem Programm.
Kaum angekommen, verliebte Jan sich umgehend in die Augen von Isabel, ihres Zeichens Strauss und unsere Platznachbarin. Mit meinen Heuschnupfen-Augen kann ich es ihm nicht verübeln, aber ich habe eindeutig die schöneren Füße!
Höhepunkt des Abends war definitv das Essen im Restaurant - 13 verschiedene Vorspeisen, zwei Pastagerichte, sowie Fleisch, Dessert, ein Absacker und ein Humpen Wein machten uns das Einschlafen leicht (trotz Froschkonzert am Pool).
Hau raus Kapelle - schließlich war Sonntag, außerdem hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht mit Frank, unserem Wohnmobil-Spezialisten, telefoniert. Das passierte erst heute nach dem obligatorischen Kulturabstecher (Enna).
Nach erneutem Batterieabfall wurde also Frank kontaktiert, der als Ferndiagnose den Lichtmaschinenregler in Verdacht hat. Unsere morgige Tagesaufgabe besteht nun darin, hier in Catania eine Fiat-Werkstatt unseres Vertrauens ausfindig zu machen und mit Hilfe einer handgeschriebenen Google-Übersetzung die entsprechende Dienstleistung zu erlangen. Der Ätna muss warten.
Die Sache mit dem Eigentum - es gibt eben immer was zu tun.

Samstag, 5. Mai 2012

Gottes Strafe und Gerda

Vor nun bereits zwei Tagen sind wir aus Finale aufgebrochen.
Erster Halt war der vielgepriesene Dom von Monreale. Auf dem Fußweg vom Parkplatz hoch ins Dorf kollidierten wir bereits mit mehreren Schulklassen und wunderten uns ob der Beliebtheit des Baus.
Am Domplatz angekommen fanden wir uns zwischen tausenden Gläubigen, Schulklassen, Priestern, Rosenverkäufern, Ballon- und Bonbonständen wieder.
Der Dom selber war aufgrund der Festivitäten geschlossen. Die goldenen Mosaiken des Kreuzgangs kennen wir also nach wie vor nur aus dem Reiseführer. Dafür aber durften wir eindrucksvoll miterleben, wie alles, was auf den Beinen war, eine Jesus Statue küsste, an die auch Kinder, Rosen und Tücher gehalten wurden.
Wir haben es beim Gucken belassen und Gottes Strafe folgte schon bald.
Beim nächsten Tank-Stopp sprang Hanne nicht mehr an. Da half auch kein wildes Gerubbel am heiligen Christopherus und auch nicht die altbewährten Tricks, die wir sonst bei diesem Vorkommnis anwandten - absolutes Schweigen seitens der Batterie.
5€ ärmer aber dafür professionell überbrückt ging es weiter, begleitet von wildem Batteriegeblinke. Alle Stopps mussten fürderhin mit laufendem Motor absolviert werden.
Resultat: wir sind nun um eine neue Batterie und das Wissen reicher, dass jede Chance genutzt werden muss, Gesegnetes zu küssen.
Abends kamen wir pünktlich zum Sonnenuntergang am empfohlenen Campingplatz in San Vito lo Capo an, um dort per SMS festzustellen, dass Ralf und Kaija, die wir auf der Fähre nach Bari kennengelernt haben und die Sizilien entgegengesetzt von uns bereisen, quasi am Strand direkt neben uns campen.
Nach ein paar Bahnen im Meerwasserpool haben wir am anderen Morgen ausgecheckt und das Auto zum Meer runter rollen lassen, wo wir den Tag mit den beiden als Wildcamper verbracht haben.
Rechtzeitig zu Lagerfeuer und Stockbrot gesellten sich Gerda und ihr Vater/Kumpel zu uns, zwei Hunde die große Gefahr liefen, nach Hamburg verschleppt zu werden. Die beiden fühlten sich bemüßigt, während der ganzen Nacht sehr gut auf uns alle aufzupassen. Es wurde jede Möwe und jeder Käfer verbellt, so dass heute morgen um 7 sowohl Gerda als auch wir im wahrsten Sinne hundemüde waren. Zudem hatte Gerda offensichtlich mit sich noch eine kleine Party gefeiert - unser Einstiegshocker war verschleppt und zerkaut, Ralfs Handtuch war nach dieser Anstrengung von ihr als Bett umfunktioniert worden.
Schweren Herzens haben wir vier die beiden zurück gelassen und unsere Reisen fortgesetzt.
Für uns geht's nun weiter Richtung Süden der Sonne entgegen.

Mittwoch, 2. Mai 2012

Wangenschmatzer über den Wolken

Am heutigen Tage haben Ausflüge nach Cefalù und Pollina für Kurzweil gesorgt.
In Cefalù haben wir uns durch Busscharen von Touristen durch die pittoreske Altstadt gekämpft, um dann in der Mittagshitze erfolglos den Tempel der Diane zu suchen. Nach 200 Höhenmetern haben wir aufgegeben und uns mit anderen antiken Ruinen zufrieden gegeben.
Genug von Sonne und Menschenscharen ging's weiter nach Pollina, zum Dorf in den Wolken (zumindest heute). Hanne hat ihr Bestes gegeben und uns den steilen Berg hochgekarrt. Am Amphitheater haben wir das unglaubliche Panorma über und in den Wolken bestaunt. Höhepunkt von Pollina war Tonio, der uns auf italienisch erklärt hat, was man alles sehen würde, wenn die Wolke nicht wäre. Und irgendwas mit Essen. Außerdem wurde besprochen, warum ich keinen Ehering trage. Jans Antwort darauf war "6" - ich tippe, dass geht in die Richtung der Antwort "42".
Tonio hat sich mit gefühlten drölfzigtausend Wangenküssen als Lohn für die Gipfelführung in Pollina zufrieden gegeben. Leider war nicht Jan das Objekt seiner Begierde. Ich sach nur: Zahnlücken und Mundwinkel-Gnies - schön is' wahrlich anders. Aber die Aussicht hat so einiges wieder wett gemacht.



Dienstag, 1. Mai 2012

Palermo

Am heutigen Tag der Arbeit erholen wir uns vom gestrigen Ausflug nach Palermo. Angereist sind wir per Zug, bei dem wir fälschlicher Weise dachten, man dürfe sich einen Wagon aussuchen. Nicht wirklich, für uns war der Wagon beim Schaffner vorgesehen - wildes Gewinke vom Kontrolleur und wildes Gerenne von uns. Wir wussten dann aber auch bald warum: der Co-Schaffner war wirklich einen Blick wert - Heavy-Metal Mini-Pli in seiner reinsten Form.
In Palermo angekommen mussten wir erst einmal (die Siesta im Nacken), die ganze Stadt durchrennen um zu dem rausgesuchten Zubehör-Händler zu kommen, der dann tatsächlich einen letzten Wasserhahn mit Kippschalter auf Lager hatte. Ich wundere mich bis jetzt, was man ohne jegliche Sprachkenntnisse alles erstehen kann. Glücklich und am letzten Ende von Palermo ging's in der Mittagshitze zurück zur Altstadt. Reiseführer sensibilisiert, die große Kamera mit Objektiven "zu Hause" gelassen, nur die kleine Knipse mit und das Ganze ziemlich schnell bereut. Dafür aber Nackenverspannungen vom Geschleppe des dicken Reiseführers bekommen, der aber natürlich viel zu unpraktisch war.
Wir haben viel gesehen, viel gestaunt und müssen sagen: Palermo ist absolut einen Besuch wert. Kaputt sind wir allerdings immer noch. Oder liegt's an unserem wilden in den Mai-Getanze?


Donnerstag, 26. April 2012

weiche Knie in Punta di Finale

Gestern sind wir auf Sizilien angekommen. Die Fährfahrt verkürzte uns ein LKW Fahrer aus Coburg, der uns aweng aus des LKW-Fahrers Nähkästchen die Ohren voll plauderte.
In Italien selber war gestern Feiertag, was speziell für Sizilien bedeutet: man fährt mit Kind, Kegel und möglichst vielen Autos ins Grüne, parkt die Autos dann bestmöglich verkehrsbehindernd und sucht sich dann den steilsten Abhang aus, um dort mit allen zu picknicken. Jeder eben wie er mag.
Dank des Feiertages hatten auch alle Geschäfte zu, was für uns wiederum hieß: den Händler für WoMo-Zubehör (zwecks neuem Wasserhahn) in Messina konnten wir uns sparen.
So ging es direkt weiter bis Milazzo, wo wir eine Nacht verbrachten, nur um dann heute morgen festzustellen, dass der Händler dort unter angegebener Adresse nicht mehr existent ist. Wir werden uns also weiterhin mit der gebastelten Notlösung zufrieden geben. Aber immerhin konnten wir von Milazzo aus schon einen ersten Blick auf den verschneiten Ätna werfen und wir müssen sagen: Sizilien hält wirklich, was uns alle versprochen haben.
Auf und ab und über diverse Serpentinen (sehr zum Leidwesen der Beifahrerin) sind wir so eben in Punta di Finale angekommen. Hier werden wir etwas bleiben und zunächst einmal unsere Hautfarbe etwas den Mitcampern anpassen und nach getaner Erholung den Zug nach Palermo austesten (sowohl uns als auch Hanne wollen wir das Parken in Palermo nicht zumuten).

Dienstag, 24. April 2012

Aufbruchstimmung in Tropea

An dieser Stelle müssen zunächst und dringend unseren ersten Eindruck vom Camper an sich revidieren.
Hier in Tropea haben wir Uschi und Herbert aus Friesland, Puppa samt Männe aus Kirchhellen sowie Günter und Krista aus Mannheim kennengelernt, die uns allesamt tolle und zahlreiche Tipps zum Thema Sizilien gegeben und sogar Reiseführer geliehen haben (so laufen wir auch wirklich keine Gefahr, dem gleichen Hobby wie unser Bekannter der FKK-Bayer zu verfallen: dem Sammeln leerer Löwenbräu-Flaschen vor'm Vorzelt).
Einen Dank an sie alle. Wir sind absolut gespannt auf Sizilien, so dass wir morgen schon dorthin aufbrechen werden.
Den heutigen Tag haben wir bisher damit verbracht, Wäsche per Hand zu waschen (man macht sich ja kein Bild) und Ameisen zu beobachten. Dann haben wir festgestellt, dass wir seltsam werden. Da half nur eine Abkühlung im Meer, wo die Taucherbrille getestet und für gut befunden wurde (gänzlich ohne Scheiß), ebenso unsere Gummitreter, deren Wunsch uns vor einem halben Jahr noch die Schamesröte ins Gesicht trieb.
Niemals hätte ich gedacht, jemals diesen Satz von Antonius zu zitieren: "Und das Beste ist: man kann damit sogar ins Wasser gehen!" In diesem Sinne: ein besonderes Hoch auf Croques

Sonntag, 22. April 2012

So kann es bleiben

Nachdem sich unsere Pechsträhne auch in Italien noch etwas hinzog, sind wir gestern in Tropea angekommen und können sagen: so soll es sein, so kann es bleiben.
Der Wasserhahn ist repariert, die Sonne scheint, kulinarisch sind wir im siebten Himmel.
Die Überfahrt von Dubrovnik nach Bari war alles andere als erholsam. Das Bier, welches eigentlich zum guten Schlaf beitragen sollte, hat leider Gegenteiliges bewirkt und so kamen wir total übernächtigt im  verregneten Bari an. Von dort ging's direkt weiter an die Stiefelsohle. Wir dachten uns, an in Reiseführern angepriesenen Landstrichen wie Apulien kann jeder urlauben. Wir fahren dahin, wo sonst keiner ist. Resultat: keinerlei oder nur geschlossene Camping- und Stellplätze - das Hygieneempfinden wurde schwer auf die Probe gestellt. Aber wir können nun sagen: auch ungewaschen sind wir zauberhaft.
Dank wirklich netter Menschen haben wir aber immer ein Plätzchen zum Schlafen, und als es wirklich nötig wurde sogar eine kurzfristig warme Dusche bekommen.
Hier in Tropea werden wir nun erst einmal das gute Wetter, das Essen, den Ort und das Internet genießen.

Mittwoch, 18. April 2012

Letzte Station - Dubrovnik

Die letzten zwei Tage haben arg an unserer Laune und den Nerven genagt. Um es kurz zu machen:
- 5 Tage in Folge schlechtes Wetter
- Wasserhahn im WoMo kaputt
- auf Lidl hereingefallen -> Kassentief
- 50% von uns sind in Eselmist gefallen
- verzweifelte Suche nach Campingplätzen über aufgeweichte Feldpädkes (merke: NIEMALS handgefertigten Campingschildern folgen!)
- ungenießbarer Wein (und das auch noch in der 3 Liter Version)
- Schraubenschlüssel für die WoMo Stelzen in Simuni liegen lassen -> für umgerechnet 15€ in der Würth Niederlassung bei Split neue deutsche Wertarbeit erstanden -> danach erst den Baumarkt gesehen
- die Halbinsel Peljesac im strömenden Regen erkundet, wieder einmal keinen Campingplatz gefunden, dafür teuren Wein gekauft
- durchgedüst bis Dubrovnik, dort den teuersten (aber einzigen) Campingplatz überhaupt erwischt

Aber bei all dem gab es auch kleine Lichtblicke:
- zwar viel Geld bei Lidl gelassen, aber dafür auch ein 1a Percussion Set erstanden (das Video folgt aber erst, wenn sich unsere Laune gebessert hat, sonst gibt es Heavy Metal Kastagnetten)
- von Hühnern angekackte Esel gestreichelt
- während unseres Ausfluges zu den Wasserfällen von Krka hat es tatsächlich zwei Stunden nicht geregnet
- in den 15 € für den Schraubenschlüssel war immerhin noch ein netter Plausch und ein Käffchen mit den Verkäufern mit drin
- der teure Wein schmeckt wirklich vorzüglich

Heute in Dubrovnik scheint die Sonne, als wäre nix gewesen. Unsere Laune steigt stetig, dennoch haben wir mit Kroatien abgeschlossen und uns eben ein Ticket für die Fähre nach Bari heute abend geholt (wo es, wie wir Dank Campingplatz-Funk erfahren haben, die letzten 5 Tage aber auch geregnet hat).

Wir sind bereit für dolce vita und die Sonne ist hoffentlich mit uns!



Samstag, 14. April 2012

Pag die Badehose ein

Nun sind wir bereits seit 4 Tagen auf dem Campingplatz in Pag und des Campers Alltag zeigt sich bislang recht unspektakulär. Die Tage vergehen wie im Flug, ich sach nur: wenn man Eigentum hat :)
Sämtliche Nachbarn haben uns verlassen und als einziger Gesprächspartner ist uns ein pensionierter Bayern-Fan und FKK Anhänger geblieben. Aber bei bedecktem Wetter zeigt selbst der sich nicht, geschweige denn sein Rosinchen, denn merke: was ein richtiger Camper ist, der reist nur mit Frau. Diese zeigt sich aber für gewöhnlich nicht, und Smalltalk wird in erster Linie auch nur unter den Campingmännern betrieben.
Vielleicht kann dieses Geheimnis in den kommenden Monaten noch gelüftet werden. Jan vermutet, dass die Zubereitung eines opulenten Mahls dahinter steckt, welches er nicht bekommt, da ich mich tagsüber aus dem Wohnmobil rausbewege und alte Herren zu Smalltalk zwinge. Im Hinblick auf die bescheidenen Möglichkeiten und vor allem der Zeit, hege ich allerdings so meine Zweifel.
Wir müssen jedoch langsam aber sicher mal wieder mit neuen Leuten sprechen, denn mittlerweile fühlen sich selbst die Amseln und Katzen von uns belästigt.
Montag geht's deswegen weiter.
Heute gucken wir noch ein bisschen unserer Wäsche (inklusive Badehose) im Nieselregen beim Trocknen zu, was ungemein entspannt (nachdem gestriges erfolgloses Angeln sowie die erneute erfolglose Suche nach etwas flotterem Internet eher Gegenteiliges bewirkte - an dieser Stelle ist anzumerken: eine lahme Internetverbindung ist wesentlich nervenzerfetzender als gar keine, da die Hoffnung, dieses Miststück, einen es doch immer wieder versuchen lässt).
In diesem Sinne: genießt das Wochenende

Dienstag, 10. April 2012

Pag

Nach einer übereilten Abreise heute morgen von einem dadurch gratis Campingplatz mit der bislang besten Warmwasserdusche sind wir heute gegen Mittag auf Pag angekommen.
Der Blick auf's Meer entschädigt für die seltsamen Nachbarn (der Vorteil der Vorsaison: wir haben die Campingplätze fast für uns alleine - der Nachteil: aber eben nur fast, und die komischen Vögel fallen noch mehr auf. Oder gehen etwa nur komische Vögel campen? Wir überlassen Euch die Meinungsbildung).
Hier werden wir erstmal unser Lager für länger aufschlagen um endgültig und ganz im Urlaub anzukommen.
Dabei helfen uns Sonne, 3Liter Kanister mit mehr oder weniger gutem Wein, lecker Pellemänner und ab morgen hoffentlich auch Fisch aus der Region (wir haben die sparsamen Öffnungszeiten außerhalb der Saison noch nicht so ganz verinnerlicht).

Sonntag, 8. April 2012

Krk

Nachdem wir gestern an den diversesten Bauernhöfen gesackgasst sind, da sowohl Navi als auch Karte im wahrsten Sinne des Wortes vom Patt ab waren, haben wir dann doch den landschaftlich weniger schönen, aber direkten Weg über die Autobahn nach Krk genommen.
Auf der Suche nach einer Bleibe hat unsere Hanne eine stolze Steigung von 18% absolviert, was lobend erwähnt werden muss. Wir sahen uns schon den Rest der Reise am Hafen von Baska, aber Hanne hat uns ohne Murren und Knurren nach oben gehievt, und sich auch nicht durch überholendes Kleintier ablenken lassen.
Anstatt den im Reiseführer angepriesenen Bergwanderungen, haben wir uns an diesem stürmischen und leicht verregenten Ostersonnntag bisher nur dem harte und Schocki-Eier Essen gewidmet (an dieser Stelle sei der alljährlichen Walterschen Lindt-Quelle gedankt) und genießen den Blick auf die Berge aus dem beheizten Mobil.
Sollte jemand Lust haben mit uns zu Skypen, ihr findet uns unter: "janheydenreicheuropa"! Wir sehen uns!


Freitag, 6. April 2012

Ankunft in Kroatien

Nach einer ausgiebigen Fahrt (wir ahnen nun, wie sich das Reisen mit der Postkutsche in etwa angefühlt haben muss), sind wir am späten Mittwoch endlich in Kroatien angekommen.
Der erste Campingplatz in Novigrad hat bereits einer kurzen Erholung gedient, morgen geht es die kroatische Küste weiter Richtung Süden, auf dass unsere Knie in den kurzen Hosen nicht mehr ganz so blau gefroren sind.
Ausgiebigeres unter dem Punkt "Kroatien".



Montag, 2. April 2012

Startschuss

Nach einer letzten, sehr heißen Phase ist heute der Startschuss gefallen. Gegen 11 Uhr sind wir wie geplant am Fischmarkt aufgebrochen. Gegen viertel vor 1 hatten wir dann auch die gefühlt einzige PKW Waage in Hamburg gefunden und - welch große Freude - es gibt tatsächlich noch 200kg Spielraum noch oben für Mitbringsel. Die erste Etappe nach Oberhausen liegt hinter uns und wir haben uns reichlich Grundlage für die kalte Strecke über die Alpen anfuttern können - der Spielraum für die Mitbringsel wird sich bereits jetzt dramatisch verringert haben.

Dienstag, 20. März 2012

das letzte Bütterchen

Heute in zwei Wochen haben wir das letzte deutsche Frühstücksbütterchen im Bauch und sind auf der Autobahn Richtung Süden.
Mit der Wohnung ist alles unter Dach und Fach (hoffentlich ist es da auch noch, wenn wir Ende September wieder kommen), die hurtige Hanne ist aufgehübscht, die erste Kistenladung befindet sich bereits auf dem Dachboden und zumindest eine von uns hat mit dem heutigen Tag das Arbeitsleben vorerst hinter sich gelassen.
Täglich fragen wir uns, ob wir auch wirklich an alles gedacht haben. Sollte sich unterwegs herausstellen, dass wir tatsächlich etwas vergessen haben, sind wir zumindest Durchfall- und Keimfrei.

Mittwoch, 15. Februar 2012

Noch 47 Tage

Während andere Menschen sich auf Karneval einstimmen, haben wir spontan die Reiseroute umgestellt.
Nun geht es doch mit dem Uhrzeiger, was sich hoffentlich positiv auf die Reisekasse auswirkt.
Spannend bleibt es allemal, da wir noch immer auf einen Zwischenmieter hoffen (noch weiß die nette Dame von der Wohnungsagentur nicht, dass wir im Zweifelsfall sie zwingen werden müssen, unsere Wohnung zu mieten).

Montag, 16. Januar 2012

 Schnell noch Europa entdecken bevor die Welt untergeht........




 Am 03 April 2012 gehts los....  bis dahin wird hier wohl wenig passieren.







Noch sind die Schuhe sauber und die Beine weiß. Ein weiterer Punkt auf der Liste ist abgehakt (scheußlich aussehende, aber sehr bequeme Schuhe -check)